Ist Solo-Wandern für Sie geeignet?

Wir Menschen sind soziale Lebewesen. Normalerweise bevorzugen wir andere um uns herum und teilen gerne Erfahrungen mit anderen. In manchen Situationen möchten einige von uns die Welt allein erleben. Wenn Ihnen der leere, offene Weg entgegenkommt, dann ist das Alleinwandern vielleicht das Richtige für Sie.

Die Entscheidung, ob Sie alleine wandern oder nicht, liegt ganz bei Ihnen. Ob Sie alleine, mit ein paar Freunden oder mit einer grossen Gruppe auf Tour gehen hat mögliche Konsequenzen, auf die Sie sich vorbereiten müssen.

Vorteile des Solo-Wanderns

Allein auf dem Trail zu sein, kann in vielerlei Hinsicht sehr lohnend sein:

  • Spirituelle Gesundheit – Einsamkeit gibt Zeit für das eigene Ich, Entspannung abseits der Hektik und Eile und die Möglichkeit, zu meditieren oder einfach kilometerweit zu gehen.
  • Outdoor-Fähigkeiten – Als Teil einer Gruppe ist es einfach, sich auf die Fähigkeiten anderer zu verlassen, um sich zurechtzufinden, Essen zu kochen, sich zu schützen und alle schwierigen Entscheidungen zu treffen. Solo-Wandern setzt auf eigene Fähigkeiten und Kenntnisse.
  • Eigenes Tempo – Eine Gruppe kann sich nur so schnell bewegen wie ihr langsamstes Mitglied. Das bedeutet, dass jeder entweder schneller oder langsamer wird, als er es gerne wäre. Ein Solowanderer bewegt sich so schnell, wie er will und kann sein Tempo jederzeit ändern.
  • Flexibilität – Änderungen an Tempo, Unterkunft, Route, Ruhepausen und allem anderen, was mit der Wanderung zu tun hat, können nach Belieben vorgenommen werden. Es ist keine Gruppenkonsens erforderlich, so dass Sie Ihre eigene Wanderung machen können.
  • Herausforderung – Drängen Sie sich selbst, um schneller, weiter oder länger zu wandern, als Sie es gewohnt sind. Bauen Sie auf schwierigeren Wegen, unangenehmem Wetter und rauen Umgebungen auf.
  • Besiegen Sie Ihre Ängste – Viele von uns haben Ängste, die wenig Grundlage haben. Ob Sie Angst vor wilden Tieren, Höhen, Dunkelheit, Sturm, Alleinsein oder was auch immer haben, eine Solowanderung kann Ihnen helfen, diese Ängste zu überwinden.
  • Treffen Sie die Natur – Beim Wandern mit einer Gruppe, vor allem mit Jugendlichen, gibt es keine grosse Hoffnung, eine echte Tierwelt zu sehen. Der Lärm, der Geruch und die Grösse der Gruppe werden die meisten Wildtiere wegtreiben. Schon eine kurze Wanderung am frühen Morgen allein lässt Sie viele Tierarten sehen – eine längere Solowanderung gibt Ihnen noch mehr Möglichkeiten.
  • Verantwortung – Der Solowanderer kann sagen: „Ich habe es selbst gemacht“, wenn er fertig ist. Die Verantwortung für den Erfolg des Abenteuers liegt ganz bei ihm, ebenso wie der Stolz auf die Vollendung. Auf dem Weg dorthin ist auch die Verantwortung für die Minimierung der Auswirkungen, die Pflege der Strecke, die Sicherheit und die Autarkie allein.

Bedenken beim Solo-Wandern

Solo-Wandern hat einige potenzielle Nachteile, die Sie lange vor dem Betreten des Trails berücksichtigen sollten:

  • Einsamkeit – Der mentale Abfluss der Isolation ist ein grosser Nachteil des Alleinwanderns. Langstreckenwanderer kommen wegen Verletzungen, schlechter Planung, aber meistens wegen Einsamkeit nicht ins Ziel – die Tage, an denen niemand mit ihnen sprechen kann, werden lang und langweilig. Ehrlich zu beurteilen, wie sich das auf Sie auswirken wird und wie Sie damit umgehen werden, ist ein entscheidender Planungsschritt. Wird Sie unterwegs Musik oder ein Buch gesund halten? Geniessen Sie es, schon seit Tagen allein zu sein? Das ist anders als das Single-Leben in einer Wohnung. Auf dem Trail gibt es keinen Stadtlärm, Hintergrundverkehr oder andere Geräusche, die Sie wissen lassen, dass Sie sich in der Zivilisation befinden.
  • Schweres Herz – Mit einem Partner in der Nähe kann er Sie ermutigen und unterstützen, wenn Sie sich niedergeschlagen, müde oder mürrisch fühlen. Wenn Sie alleine sind, könnte ein schlechter Tag ausreichen, um Sie von der Spur und nach Hause zu schicken.
  • Schwere Last – Niemand wird in der Nähe sein, um einen Teil der Ausrüstung zu transportieren. Es liegt alles auf Ihren Schultern. Aber da es nur eine Person gibt, sollte es nur sehr wenig zusätzliche Ausrüstung geben. Ihr Zelt, Ihre Küche, Ihre Wasseraufbereitung, Ihr Erste-Hilfe-Kasten und Ihre Navigationseinrichtungen könnten auf mehrere Personen aufgeteilt werden, aber der Rest der Ausrüstung steigt direkt mit zunehmender Gruppengrösse.

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