Fahrradtour in den Bergen

Viele Menschen halten das Mountainbike für das größte Abenteuerfahrzeug der Menschheit. Das Mountainbike erlaubt es, den Grenzen des Bürgersteigs, dem Dröhnen des Verkehrs und dem zunehmend motorisierten Getöse der modernen Zivilisation zu entkommen. Während Radfahrer seit Generationen auf Fahrrädern in der ganzen Welt unterwegs sind und dabei auch Erdteile mit kaum vorhandener Infrastruktur erforschen, machen Mountainbikes mit ihren kräftigen Rahmen, der stoßdämpfenden Federung und den breiten, knorrigen Reifen das Ganze einfacher und lustiger. Mountainbikes haben den Radsport verändert und erweitert, indem sie eine neue Welt für die Erforschung mit dem Velo erschlossen haben.

Wenn auch Sie daran interessiert sind, dem Autoverkehr zu entfliehen und ruhigere, wolligere und abenteuerlichere Orte zu erforschen, als Sie auf einer Straße oder einem Tourenrad fahren können, dann wird Ihnen dieser Artikel zeigen, wie das geht. Wir gehen in diesem Artikel davon aus, dass Sie mit niemandem Rennen bei Ihrer Fahrradtour in den Bergen fahren möchten. Die folgenden Tipps werden Ihnen mit Komfort und Genuss präsentiert, nicht mit halsbrecherischer Geschwindigkeit.

Mountainbike Fahrradtour in der Schweiz

Fahrrad für die Tour in den Bergen

Alles beginnt natürlich mit einem Fahrrad. Touring- und Cyclocross-Bikes eignen sich hervorragend für den Einsatz auf befestigten Wegen und weniger stark befahrenen Schotterstraßen. Wer über gute Kondition verfügt, kann auch mit einem Citybike Freude auf einer Bergtour haben. Informieren Sie sich jedoch in einem Klapprad Test, ob das Fahrrad wirklich für den mehrtägigen Einsatz und große Distanzen geeignet ist.

Aber wenn Sie sich auf die rauen Bedingungen in den Bergen einstellen, Felsen, Geröllwege und Trails, werden Sie mit einem echten Mountainbike glücklicher sein. Eine Federgabel ist zudem für alle Fahrten sehr zu empfehlen. Ihre Hände, Handgelenke, Schultern, Nacken und Bandscheiben werden es Ihnen danken.

Die große Frage für viele ist die Hinterradfederung, ja oder nein? Die Antwort: Sie ist nicht notwendig, aber definitiv komfortabler. Die Fahrwerktechnik hat sich inzwischen so weit entwickelt, dass auch preiswertere Fahrräder zuverlässige und effiziente Dämpfer haben. Ein voll gefedertes Fahrrad macht das Fahren auf Schotterwegen (die ultimative Nemesis aller Mountainbiker, die nur mit der Fahrt durch tiefen Sand konkurriert) deutlich weniger unangenehm und hilft auch bei starken Anstiegen und Abfahrten, Traktion und Kontrolle zu behalten. Der Nachteil ist, dass sie im Vergleich zu Fahrrädern ohne Federung schwerer sind und kompliziertere Teile haben, die gewartet werden müssen und brechen können.

Wenn Sie wissen, dass Sie konstant auf unbefestigten Wegen unterwegs sein werden, empfehlen wir eine Vollfederung.

Eine weitere große Entscheidung ist das Rahmenmaterial. Es gibt keine Patentrezepte, aber dennoch möchten wir auch hierzu einige Tipps geben. Für Radtouren in der Schweiz ist jeder Rahmen von vernünftiger Qualität in Ordnung (sprich: keine Fahrräder vom Discounter). Wenn Sie auf einem Hardtail unterwegs sind, dann sind Rahmen aus Stahl oder Titan ideal. Aluminium ist steifer und überträgt praktisch alle Stöße und Schwingungen direkt auf Ihren Körper. Wer auch in weniger entwickelten Ländern mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte, für den gibt es nicht viel zu diskutieren: Stahlrahmen. Dieser ist robust, langlebig, und wenn er kaputt geht, kann er überall auf der Welt von Dorfschweißern repariert werden.

29-Zoll-Räder sind auf Mountainbikes immer beliebter und ihre Größe macht sie ideal für unbefestigte Straßen. Für technische Singletracks oder raue Fahrten mit Gepäck ist die Stärke und Manövrierfähigkeit eines 26-Zoll-Rads die bessere Option.

Ultralight Mountainbiking Berner Oberland

Gepäckträger für die Bergtour mit dem Fahrrad

Es gibt drei gute Möglichkeiten, Ihre Sachen zu transportieren: Gepäcktaschen, Anhänger oder ultraleicht. Gepäckanhänger sind für die meisten Mountainbiker zur bevorzugten Option geworden, und das aus gutem Grund. Sie sind komfortabel, stark und relativ einfach zu fahren. Sie halten das Gewicht von Ihrem Fahrrad fern und sind erstaunlich gut zu fahren, selbst auf rauem, felsigem Untergrund. Ihr schmales Profil und ihre Einzelradkonstruktion eignen sich hervorragend für schmale Wege. Mit einem Gepäckanhänger kann man auf der Fahrradtour in den Bergen nichts falsch machen.

Viele Radfahrer bevorzugen immer noch Packtaschen. Sie werden jedoch extra starke Räder benötigen, wenn Sie Fahrradtaschen beim Mountainbiken verwenden. Im Ausland ist es meist einfacher, das Fahrrad mit Packtaschen zu transportieren. Viele Mountainbike-Rahmen werden unerklärlicherweise ohne Montageösen ausgeliefert. Im Handel werden jedoch mittlerweile spezielle Fahrradtaschen angeboten, die auf praktisch jedem Mountainbike montiert werden können. Die Fahrradtaschen eignen sich hervorragend für sanftes Fahren auf unbefestigten Straßen, aber für Radtouren in rauem Gelände sind Gepäckanhänger haltbarer und besser zu handhaben.

Eine weitere Möglichkeit und die einzige Wahl für mehrtägige Fahrten auf technischen Singletracks, ist das Ultraleichtfahren. Ultraleichte Mountainbiker brauchen keinen Anhänger oder Packtaschen, die beide zu schwer und umständlich sind, um auf dem Trail zu fahren. Sie bringen minimale Ausrüstung mit und machen diese so leicht wie möglich. Während es sich beim Ultraleichtfahren noch um einen relativ neuen Fahrstil für Bergtouren handelt, wird hierbei meist ein wasserdichter Kompressionssack mit Schlafsack, Kleidung, Unterstand und etwas Essen an einem Gepäckträger befestigt. Die restliche Ausrüstung wird in einem Rucksack mitgeführt.

Going Ultralight ist eine elegante, effiziente und absolut unterhaltsame Art zu fahren – ganz gleich, für welche Art von Touring Sie sich entscheiden. Gerade für erfahrene Mountainbiker hat es eine neue Welt eröffnet, das Backcountry Velo-Abenteuer. Ganz so, wie es das Mountainbike vor fast drei Jahrzehnten für den Radsport insgesamt getan hat.

Wichtiger Hinweis: Einige Personen entscheiden sich für Mountainbikes ohne Anhänger oder Gepäckträger, aber mit Rucksäcken in Walgröße. Auch wenn dies möglich ist, raten wir davon ab.

Sonstige Überlegungen zur Ausstattung für die Bergtour

Wie bei der Vollfederung sind Scheibenbremsen schön, aber nicht unbedingt notwendig. Mechanische Scheibenbremsen sind leichter und einfacher in der Pflege und Wartung als hydraulische Scheibenbremsen.

Wenn Sie einen Hardtail fahren, denken Sie an eine gefederte Sattelstütze. Sie können im Laufe einer mehrtägigen Radtour einen großen Unterschied machen.

Lassen Sie die ultra-steifen Radschuhe zu Hause und suchen Sie nach einem Paar, das mehr Bewegungsfreiheit für die Fußzehen und mehr Komfort und Leichtigkeit beim Gehen hat. Eine gute Mountainbike-Tour beinhaltet auch immer etwas Wandern.

Wenn Sie wissen, dass Sie auf der Fahrradtour in den Bergen mit steilen Anstiegen konfrontiert werden, dann stellen Sie sicher, dass Sie niedrige Übersetzungen haben. Das zusätzliche Gewicht der Ausrüstung kann schwierige Aufstiege erheblich erschweren. Ein kleines Kettenblatt mit 20 oder 22 Zähnen kann die Radtour besser machen.

Baggy Shorts haben Vorteile gegenüber Radhosen aus Lycra haben. Die Cargotaschen sind nicht zu unterschätzen wegen ihrer Nützlichkeit. Zugleich bieten Baggy Shorts eine erhöhte Abriebfestigkeit bei Unfällen und sind schlichtweg komfortabler als Lycra.

Fähigkeiten, die Sie auf der Bergtour benötigen

Mountainbiken erfordert mehr Kraft im Oberkörper, als das Fahren auf der Straße. Wenn Sie ein Fahrrad fahren können, gibt es jedoch keinen Grund, warum Sie damit nicht auch eine mehrtägige Bergtour unternehmen sollten.

Eine wichtige Fähigkeit ist das Kartenlesen. Auch in Zeiten von GPS und elektronischen Routenplanern hilft diese Fähigkeit, sich unterwegs zu orientieren und Irrfahrten zu vermeiden.

Mountainbike-Touren bringen Sie naturgemäß weiter weg von der Zivilisation. Das ist vielleicht die größte Anziehungskraft und bedeutet auch, dass Sie auf sich selbst und Ihre Tourpartner angewiesen sind. Bringen Sie einen Erste-Hilfe-Kasten mit, wählen Sie Ihre Route sorgfältig aus und informieren Sie andere Leuten über die Strecke und das Ziel Ihrer Bergtour.

Mitzubringende Sachen

Neben den Standardpacklisten für Radtouren wird der mehrtägige Mountainbike-Fahrer auch diese Dinge dabei haben wollen:

  • Extra Splinte für den Gepäckanhänger
  • Ersatzspeichen
  • Erste-Hilfe-Koffer mit zusätzlichem Material zur Behandlung von Schürfwunden

 

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